Qualität im Bildungswesen, die zentrale Forderung der SVP Thurgau
Kernaussagen
- Das Wohl des Kindes und seine ganzheitliche Entwicklung zu einer eigenständigen Persönlichkeit steht im Zentrum aller Bildungs-und Erziehungsmassnahmen.
- Die SVP unterstützt ein qualitativ hoch stehendes, effizientes und leistungsorientiertes Bildungswesen im Kanton Thurgau. Die Qualität hängt weniger vom Einsatz öffentlicher Mittel ab, als von starken Lehrerpersönlichkeiten mit dem Willen, Herausragendes zu leisten. Der Lernerfolg des einzelnen Schülers ist besonders auch von der bewussten Mitwirkung der Eltern abhängig.
- Das Klassenlehrerprinzip ist in Primar- und Sekundarstufe zu stärken.
- Bildung bedeutet, Lernende entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern, damit optimale Leistung erbracht werden kann. Nebst den rein intellektuellen Fähigkeiten sind praktische Fähigkeiten, selbstständiges Lernen, Leistungswille, Zielorientierung und Durchhaltevermögen stärker zu gewichten.
- Das Bildungssystem beruht auf christlichen Grundlagen und wird nach humanistischen Grundsätzen geführt. So verstandene Bildung trägt zu einem sinnerfüllten Leben bei. Sie soll die Lernenden dazu befähigen, sich als eigenständige, lebenstüchtige Persönlichkeiten und wertvolle Glieder unserer Gesellschaft zu entwickeln und Verantwortung für sich selbst und gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt zu tragen.
Zentrale Forderungen
- Lehrpersonen haben sich in erster Linie um ihre Schüler und ihren pädagogischen Auftrag zu kümmern. Der administrative Überaufwand, der die Schulen immer stärker belastet, ist zu reduzieren.
- Die SVP fordert einen ziel- und wirkungsorientierten Mitteleinsatz. Benötigte Mittel, inklusive jener der Projekte, sind transparent und vollständig offen zu legen. Die Stabilisierung der Bildungskosten ist fortzusetzen. Die finanziellen Mittel sind schwerpunktmässig direkt für das Kind einzusetzen. Der Verwaltungsaufwand auf Stufe Schule und Ämter darf nicht weiter ansteigen.
- Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus wird verstärkt. Sie ist Voraussetzung für eine gute persönliche und schulische Entwicklung des Kindes. Elternrechte sind zu gewähren, Elternpflichten einzufordern. Eltern sollen zur Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgabe angehalten und unterstützt werden.
- Auch kleine Schulgemeinden haben ihre existentielle Berechtigung. Schwankungen der Bildungskosten durch die demografische Entwicklung der Schülerzahlen sind zu akzeptieren. Strukturelle Anpassungen in den Schulgemeinden als Antwort auf die Demografie sind je nach Situation vorzunehmen.
- Die Führung der Schulen liegt in den Händen von bürgernahen, gewählten lokalen Milizgremien.
- Die Einführung eines offiziellen Faches Religion und Kultur ist zu prüfen.
- Die SVP fordert gewalt- und drogenfreie Schulen. Der Gewalt- und Suchtprävention in der Schule ist der notwendige Stellenwert einzuräumen.
- Bildungskonkordate dürfen nicht im kantonalen Gesetz verankert werden, bevor sich das Parlament dazu geäussert hat. Die zuständige Parlamentarische Kommission soll spätestens in der Vernehmlassungsphase orientiert und einbezogen werden.
Allgemeine Aussagen und Feststellungen zur Bildungspolitik
- In den Bildungsstätten aller Stufen ist der Qualität und der Leistungsorientierung der Angebote höchste Priorität einzuräumen. Dabei stehen das Wohl und die bestmögliche Förderung aller Schüler im Vordergrund.
- Die Arbeitshaltung der Schüler ist neben den schulischen Leistungen stärker zu gewichten. Die Forderung und Förderung von Zuverlässigkeit, Wille und Motivation bilden die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufsausbildung. Die Schülerinnen und Schüler sollen zu selbstständigem Lernen motiviert und die Freude an Leistung gefördert werden.
- Leistungsbeurteilungen haben in Form von Noten, Verhaltensbeurteilungen mit schriftlichen Bewertungen zu erfolgen. Das einheitliche Zeugnis muss einfach, für Eltern und Lehrmeister verständlich sein. Portfolios verursachen im Vergleich zum Nutzen einen zu grossen administrativen Aufwand und sind reine Zeitverschwendung.
- Das textile und nichttextile Werken sowie Gesundheit und Ernährung (Hauswirtschaft) müssen dringend wieder aufgewertet und fester Bestandteil der Lektionentafel sein.
- Das Üben von handwerklichen Fähigkeiten und das exakte, ausdauernde und kreative Arbeiten sind gute Vorbereitungen für die Schülerin und den Schüler, eine Berufslehre erfolgreich absolvieren zu können. Durch das kreative Arbeiten werden gleichzeitig auch die kognitiven Fähigkeiten gestärkt.(nach Pestalozzi: Kopf, Herz und Hand)
- Dem Alter und der Stufe angemessene Hausaufgaben sind zu begrüssen. Sie ermöglichen dem Kind die Verarbeitung des Lernstoffes und fördern selbstständiges Lernen. Gleichzeitig vermitteln sie den Eltern Einblick in den Schullernstoff und in die Arbeitsweise ihres Kindes.
- Fremdsprachige Kinder müssen minimale Deutschkenntnisse vorweisen, bevor sie in den Regelunterricht zugelassen werden. Auch die Eltern von Ausländerkindern müssen unsere Landessprache erlernen.
- Den Bereichen Sport und Bewegung ist besondere Beachtung zu schenken. Die drei Wochenlektionen im Sport sind beizubehalten und in der Regel als Einzellektionen zu erteilen.
Volksschule
Qualifizierte Lehrpersonen
- Unsere Schulen brauchen solid ausgebildete Lehrerpersönlichkeiten, die Werte vorleben und vermitteln. Sie bieten Kindern Halt und Orientierung, welche heutzutage im gesellschaftlichen und auch im familiären Zusammenleben immer mehr zu kurz kommen.
- Die Lehrpersonen sind aufgefordert sich ständig weiterzubilden. Die Lehrer- Weiterbildung hat sich zielgerichtet an den wichtigen Aufgaben der Schule zu orientieren.
- Die obligatorische Weiterbildung soll praxisorientiert und hauptsächlich auf Unterrichts- zwecke ausgerichtet sein. Sie ist auf das Notwendige zu beschränken
Reformen
- Die verschiedenen Reformen und Projekte vergangener Jahre haben alle Akteure im Schulwesen sehr stark gefordert. In der jetzigen Umsetzungsphase ist die Einführung der Neuerungen aktiv zu begleiten, kritisch zu hinterfragen und durch eine neutrale Instanz zu evaluieren. Vor- und Nachteile sind offen zu legen, notwendige Anpassungen müssen vorgenommen werden. Sind die Ergebnisse negativ, sind die Rahmenbedingungen anzupassen oder die Reformen rückgängig zu machen. Mit entsprechenden Korrekturen ist die Schulqualität sicher zu stellen. Die Lehrpersonen sind in ihren Kernaufgaben zu unterstützen.
Notwendige Anpassungen aus Erkenntnissen der Evaluationen von Reformen sind vorzunehmen. Unbefriedigende Reformen sind notfalls rückgängig zu machen.
Basisstufe
- Die zwei Kindergartenjahre bewähren sich und ermöglichen bereits heute einen Schuleintritt, der auf den Reifegrad des einzelnen Kindes abgestimmt ist.
- Bis die Projektphase abgeschlossen und der weitere bildungspolitische Weg beschlossen ist, sind keine zusätzlichen Aktivitäten bezüglich der Basisstufe vorzunehmen.
- Der Basisstufenversuch muss im Gesamtkontext kritisch hinterfragt werden.
Gesamtsprachenkonzept
- Das Beherrschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift hat oberste Priorität! Die Sprachkompetenz ist die wichtigste Voraussetzung für den Übertritt ins Berufsleben, für die Teilnahme an Gesellschaft, Kultur und Staat.
- Konzept und Rahmenbedingungen von Frühenglisch und Französisch, sowie das Europäische Sprachenportfolio (ESP ll, für 11-15Jährige) sind auf Effizienz und Wirksam- keit, sowie Machbarkeit zu überprüfen.
- Für das ESP l (für 7-11Jährige) sowie das Portfolino (für 4-7 Jährige) ist von einem Obligatorium abzusehen.
Deutsch hat erste Priorität. Das Fremdsprachenkonzept sowie das Europäische Sprachenporfolio (ESP ll) sind auf Effizienz und Machbarkeit zu überprüfen.
Mathematik und Naturwissenschaftliche Fächer
- Damit die Schule den Knaben gerechter wird, muss sie umgestaltet werden. Mathematik und Naturwissenschaften sind zu stärken.
Die Veränderungen des Primarschul-Lehrplans durch die Einführung der zweiten Fremdsprache sollen genau evaluiert werden. Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer sind auszubauen.
Informatik in der Primarschule
- Auf das spezielle Fach Informatik ist auf der Primarschulstufe zu verzichten Es hat keinen Einfluss auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler.
- Als Motivations- und Übungsinstrument unterstützt die SVP einen sinnvollen Einsatz von Computern und anderen Kommunikationstechnologien in der Primarschule.
Sonderpädagogik – Förderbereich - Integration
- Der Gesamtanteil an Förderunterricht ist zu reduzieren. Oberstes Ziel ist, dass jener Teil von Schülern, welcher ohne spezielle Förderung auskommt, deutlich erhöht wird.
- Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes ist das sonderpädagogische Angebot so auszuge- stalten, dass weiterhin der integrative und der separative Weg berücksichtigt werden.
- Die Integration möglichst aller Schulkinder in Regelschulen ist kritisch zu hinterfragen. Sie darf keine negativen Folgen auf das Bildungsniveau der Regelklassen haben.
- Eine verstärkte Integration hat grosse personelle, organisatorische, finanzielle und pädagogische Auswirkungen. Massnahmen im sonderpädagogischen Bereich sind ständig auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
- Um eine institutionalisierte Unruhe im Klassenzimmer zu verhindern sind Fördermass- nahmen vorwiegend ausserhalb der Regelschulzeit und in separaten Räumen durch- zuführen.
Geleitete Schulen
- Schulleitungen sollen nicht alleinige Kompetenz für die Anstellung und Entlassung von Lehrpersonen haben.
- Die Arbeit der Schulleitungen soll jährlich durch die Schulpräsidien qualifiziert werden.
- Der Einsatz von Schulleitungen in kleinen Schulgemeinden ist zu überprüfen. Es soll im Einzelfall weiterhin möglich sein, dass ein Behördenmitglied die Schulleitung übernimmt.
Neugestaltung des 9. Schuljahrs
- Die SVP anerkennt die webbasierte Kompetenzmessung „Stellwerk8“ als Standort- bestimmung der Schülerinnen und Schüler am Ende des 8.Schuljahres. Die Zwischen- prüfung erleichtert eine zielgerichtete Planung des neunten Schuljahres im Hinblick auf die beabsichtigte Ausbildung.
- Die SVP fordert eine Neugestaltung des 9.Schuljahrs. Praktisch veranlagten Schülerinnen und Schülern sollen praxisorientierte Arbeitseinsätze ermöglicht werden. Das Abschlusszeugnis soll stärkerer gewichtet werden, damit Schülerinnen und Schüler motiviert sind und ihr Leistungspotential auch im letzten Schuljahr der Volksschule besser ausschöpfen. Den Lehrbetrieben wird empfohlen, dem Abschlusszeugnis mehr Beachtung zu schenken.
Die SVP fordert eine Neugestaltung des 9.Schuljahres mit dem Ziel, selbstständiges und leistungsorientiertes Arbeiten zu fördern und Stofflücken zu stopfen. Praktisch veranlagten Schülerinnen und Schülern sollen praxisorientierte Arbeitseinsätze ermöglicht werden.
Tageseltern, Tagesschulen, Mittagstisch
- Die Schulorganisation ist darauf auszurichten, dass die Kinder das Mittagessen zu Hause einnehmen können.
- Die Betreuung der Kinder im familiären Umfeld kann kaum durch familienergänzende Massnahmen ersetzt werden.
- Im Sinne einer optimalen und bedarfsgerechten Betreuung von Kindern und Jugendlichen von berufstätigen Eltern, sieht die SVP-Fraktion auch die Notwendigkeit von Betreuungsstätten. Jedoch spricht sie sich gegen eine kantonale Finanzierung solcher Institutionen aus, weil sie nicht Teil des Bildungsauftrages sind.
- Tageseltern als bestmöglichen Familienersatz sind zu stärken.
Sport- und Musiktagesschulen
- Kindern mit ausgewiesenen Fähigkeiten in den Bereichen Sport und Musik soll ab Sekundarstufe ein individuelles Lernangebot zur Verfügung stehen. Dabei sollen die spezifischen Fördermassnahmen mit dem regulären Schulunterricht koordiniert werden. Die Bildung von Sport- und Musiktagesschulen wird auf der Grundlage von klaren Konzepten und Richtlinien unterstützt.
- Mit der Bewilligungspflicht durch den Kanton ist zu vermeiden, dass jede Sparte im Kanton eine eigene Spezialbildung hat und dadurch ein unerwünschter Schultourismus entsteht. Bewilligungen für Sport- resp. Musiktagesschulen sind restriktiv zu
Mittel- und Hochschulen
Mittelschulen
- Damit die hohe Qualität an Thurgauer Mittelschulen erhalten bleibt, darf die Maturandenquote nicht künstlich erhöht werden. Die Eintrittsprüfungen sind beizu- behalten. Ziel der gymnasialen Maturität muss es bleiben, sich auf ein Universitäts- studium vorzubereiten; mit der Berufsmaturität (BMS) auf ein Fachhochschulstudium.
- Die Weiterentwicklung des Gesamtsystems Mittelschulen Thurgau ist mittel- bis langfristig zu konzipieren. Ins Konzept sind insbesondere Ergebnisse der Weiter- entwicklungen auf der Sekundarstufe I, Evaluationsergebnisse der Mittelschulen (EVA MAR II) und die Erfahrungen mit dem Thurgauer Weg zur Lehrerbildung einzubeziehen.
- Weitere Ausbildungsgänge oder Schulversuche dürfen nur auf der Grundlage eines Weiterentwicklungskonzeptes der Mittelschulen Thurgau bewilligt werden.
- Unter den Mittelschulen ist die verstärkte Zusammenarbeit zu fördern. Die Kosten dürfen nicht weiter steigen.
- Die Ergebnisse der Forschungsaktivitäten im Bereich der Bildung sind bezüglich Effizienz, Koordination und Evaluation (Erfolg und Misserfolg) transparent darzustellen.
Hochschulen
- Die ganzheitliche Steuerung des Hochschulbereichs (Universitäten/Fachhochschulen/ Pädagogische Hochschulen) durch Bund und Kantone ist zu unterstützen.
- Das Bolognasystem ist bezüglich der Abschlüsse, der Attraktivität und der Arbeitsmarkt- fähigkeit im Auge zu behalten und wenn notwendig anzupassen.
- Die Höhe der Stipendien soll von den erbrachten Leistungen der Stipendienempfänger abhängig gemacht werden. Bei Studienabbruch sind die Stipendien zurück zu zahlen.
- Es sollen Anreize geschaffen werden für Studiendarlehen anstelle von Stipendien. Stipendien werden nur für Erstausbildungen entrichtet. Für Zweitausbildungen werden zinslose Darlehen gewährt.
Die Stipendienregelung soll verschärft, die zinslose Darlehensregelung attraktiver gestaltet werden.
PHTG
- Mit dem eingeschlagenen Thurgauer Modell zur Ausbildung der Lehrpersonen ist grundsätzlich fortzufahren. Die Ausbildung von Berufsleuten zu Lehrpersonen als bewährter Ausbildungsweg ist zu verstärken.
- Die Kategorisierung und die Kompetenzprofile der Lehrberufe sind zu überprüfen. Durch die aktuelle Lehrerbildung sind Junglehrer keine Allrounder mehr und nicht mehr befähigt, alle Fächer zu unterrichten. Vor allem Primarschüler brauchen eine klare Bezugsperson, die ganzheitlich und binnendifferenziert fördert. Bei einer Aufsplitterung des Unterrichts auf Fachlehrkräfte sind die Kinder durch den ständigen Wechsel überfordert. Sie sind nicht in der Lage, eine emotionale Bindung zu einer Lehrperson aufzubauen, die für ein erfolgreiches Lernen unabdingbar ist.
Die SVP fordert für die PHTG, dass insbesondere für den Kindergarten und die Primarschulstufe ein Bachelor-Abschluss als Generalist mit breitem Fächerprofil oder ein Bachelor-Abschluss als Fächergruppenlehrkraft mit unterschiedlichem Profil erworben werden kann.
- Bei den Lehrdiplomen für die Primarstufe sind die naturwissenschaftlichen Fächer zu stärken.
- Die Ausbildung der Lehrpersonen soll leistungsorientiert erfolgen.
- Die Studierenden sind umfassend auf die Klassenlehrerfunktionen vorzubereiten.
- Die Ausbildung der Lehrpersonen für die Fächer Werken, Gestalten und Hauswirtschaft ist in Umfang und Qualität weiter zu entwickeln und zu vertiefen. Sie sind in die Lehr- diplome an der PHTG zu integrieren oder an Fachhochschulen als separate Ausbildung zu führen.
- Die SVP fordert eine gründliche, seriöse Ausbildung der Sekundarlehrer, in der der handwerkliche Teil wieder stärker gewichtet wird.
Die SVP fordert, dass Lehrpersonen für textiles und nicht textiles Werken und Haus- wirtschaft wieder eine solide Grundausbildung als separater Ausbildungsgang absolvieren können.
- Bei den Lehrdiplomen für die Sekundarstufe I ist der fachwissenschaftliche Studienanteil für Lehrkräfte, welche im Niveau E unterrichten, zu erhöhen.
- Die Kosten für die verschiedenen Ausbildungsgänge sind zu überprüfen.
Berufsbildung und Berufsberatung
- Das duale Berufsbildungssystem hat sich bewährt und ist zu stärken. Es garantiert gut ausgebildete Berufsleute.
- Die Ausbildung über eine Berufslehre muss gegenüber der rein schulischen Ausbildung in der Gesellschaft wieder mehr Anerkennung finden.
- Der theoretisch/schulische Anteil ist in einer praxisbezogenen Ausbildung auf das Notwendige zu beschränken.
- Lehrlinge auszubilden muss für die Lehrbetriebe attraktiv sein.
- Die Erfahrungen und Erkenntnisse der Lehrbetriebe müssen im Berufsbildungssystem einfliessen. Die Mitsprache der Berufs- und Wirtschaftsverbände ist zu gewährleisten.
- Brückenangebote bilden eine wichtige Übergangslösung für Jugendliche, welche nach der obligatorischen Schulzeit keine Lehrstelle in Aussicht haben. Die Ausrichtung der Angebote soll praxisbezogen und leistungsorientiert sein.
- Die Lernenden sind von der Wichtigkeit permanenter Aus- und Weiterbildungen zu überzeugen und dafür aktiv zu motivieren. Diese sind möglichst regional anzubieten und vom Kanton zu unterstützen.
- Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger (Grosser Rat, Regionen, Gemeinden, Wirtschaftsverbände) sind in die strategischen Entscheide über die Organisation der Berufsschulen einzubinden.

