Motion | Kantonale Chip- und Registrierungspflicht für Hauskatzen und Regelung des Umgangs mit nicht gechipten Tieren
Hauskatzen sind in der Schweiz das häufigste Raubtier – ihre Zahl steigt stetig.

Rund zwei Millionen Katzen leben hierzulande mit Halterin oder Halter, hinzu kommt eine unbekannte Zahl streunender Tiere. Dennoch sind nur etwa 30-40 Prozent registriert. Zwar empfahl der Bundesrat die Motion «Nationale Registrierungspflicht für Hauskatzen» zur Annahme, doch das Parlament lehnte sie im Mai 2025 ab. Die Initianten wollen das Anliegen deshalb auf Kantonsebene weiterverfolgen. Wegschauen ist keine Lösung.
Bei Hunden ist die nationale Chippflicht längst etabliert und breit akzeptiert. Auch bei Katzen wäre die Umsetzung logistisch wie finanziell problemlos möglich: Das Setzen eines Mikrochips und die Registrierung gehören in Tierarztpraxen zur Routine und kosten einmalig rund 100 Franken pro Tier. Mit der bestehenden Datenbank ANIS steht zudem die notwendige Infrastruktur bereits zur Verfügung.
Die Vorteile einer Chippflicht liegen auf der Hand: Jedes Tier wäre eindeutig einer Halterin, einem Halter oder einer Züchterin zugeordnet. Eigentumsverhältnisse könnten rasch geklärt, Probleme wie Qualzucht, illegaler Onlinehandel, Vernachlässigung oder Seuchenausbrüche gezielter bekämpft werden. Behörden, Gemeinden und Polizei würden entlastet, ebenso Tierarztpraxen und Tierschutzorganisationen. Zudem könnte bei medizinischen Notfällen schneller im Sinne des Tieres entschieden werden.
Nicht zuletzt beeinflusst die Hauskatze als Raubtier Bestände von Vögeln, Säugetieren und Reptilien. Angesichts der ohnehin fragilen Biodiversität ist Handlungsbedarf angezeigt. Eine Registrierungspflicht würde es ermöglichen, die Katzenpopulation verlässlich zu erfassen und langfristig zu regulieren – etwa indem nach einer Übergangsfrist nicht gechipte, faktisch herrenlose Tiere kastriert würden. Für registrierte Katzen bliebe der Entscheid über eine Kastration weiterhin bei den Halterinnen und Haltern.
Eine kantonale Lösung wäre ein pragmatischer und wirksamer Schritt hin zu mehr Tierwohl, Rechtssicherheit und Biodiversitätsschutz.
